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Beratungsstelle

Unsere Räume im neuen Look...

Wildwasser...

...symbolisiert einerseits die Gefahr, die von sexualisierter Gewalt ausgeht, es steht aber auch für die Lebendigkeit und die Lebenskraft, die Mädchen und Frauen haben, sich gegen alle Widerstände den eigenen Weg zu bahnen.

...seit 1993

Die Beratungsstelle des Vereins besteht seit 1993 als festes Angebot der Kinder- und Jugendhilfe sowie Frauenbewegung in Magdeburg. Nach der anfänglichen Förderung als Modellprojekt des Landes Sachsen-Anhalt wurde die Beratungsstelle seit 1995 größtenteils vom Gleichstellungsamt (bis Ende 2000) und vom Jugendamt der Stadt Magdeburg sowie dem Ministerium für Arbeit, Frauen, Gesundheit und Soziales des Landes finanziert. Ein Teil der benötigten Geldmittel muss seit mehr als 10 Jahren durch Spenden und Bußgelder, Mitglieds- und Teilnahmebeiträge aufgebracht werden, z.T. beträgt der Anteil der Eigenmittel bis zu 20% der Gesamtfinanzierung. Verlässliche und kontinuierliche UnterstützerInnen hat der Verein im Jugendamt der Stadt Magdeburg und dem Referat "Frauenförderung" im Ministerium für Gesundheit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt, die die Arbeit für ein gewaltfreies Leben von Kindern, Jugendlichen und Frauen seit dem Jahr 2000 begleiten und finanziell fördern.

...Definition & Ausmaß

"Sexueller Missbrauch an Kindern ist jede sexuelle Handlung, die an oder vor einem Kind entweder gegen den Willen des Kindes vorgenommen wird oder der das Kind aufgrund körperlicher, psychischer, kognitiver oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen kann. Der Täter nutzt seine Macht- und Autoritätsposition aus, um seine eigenen Bedürfnisse auf Kosten des Kindes zu befriedigen." (Bange & Deegener, 1996, S. 105)

Bange gibt an, dass 10-15% aller Mädchen und 5-10% aller Jungen von sexueller Gewalt betroffen sind, d.h. sie erleben bis zu ihrem 14. Lebensjahr mindestens einen erzwungenen sexuellen Körperkontakt (Bange, 2004 In: Körper & Lenz). Hingegen weist Enders aus, dass jedes 3. bis 5. Mädchen und jeder 12. Junge, zählt man Formen sexueller Gewalt ohne Körperkontakt hinzu wie z.B. exhibitionistische Handlungen, Vorführen von Pornofilmen, sexuelle Gewalt erfahren (Enders, 2003). Weiterhin heißt es, dass es sich bei 2/3 der betroffenen Mädchen und 3/4 der betroffenen Jungen um einen einmaligen sexuellen Übergriff handelt, bei den übrigen wiederholen sich die Übergriffe (Schmitt, 1999). Besonders gefährdet sind Kinder, die aufgrund ihrer physischen, psychischen, sozialen und/oder kognitiven Entwicklungsstandes über geringe Widerstandsfähigkeiten verfügen (Bange & Deegener, 1996; Enders, 2001; Heiliger, 2000): Kinder im Vorschulalter; vernachlässigte Kinder; Kinder, die bereits zuvor missbraucht wurden; behinderte Kinder.

Die feministisch-parteiliche Beratungsarbeit bezieht sich auf den Umstand, dass die Kategorie "Geschlecht" noch immer eine bedeutsame Rolle in der Sozialisation von Mädchen und Jungen im Zusammenhang mit ihrem Gewalterleben spielt. Mädchen und Jungen, Frauen und Männer erleben unterschiedlich häufig sexualisierte Gewalt, entwickeln unterschiedliche Überlebensstrategien und benötigen z.T. differenzierte Verarbeitungshilfen sowie Unterstützungsangebote.

Die erste repräsentative Studie zur Lebenssituation von Frauen in Deutschland macht deutlich, dass "etwa jede 7. Frau in ihrem Erwachsenenleben mindestens einmal Opfer von sexueller Gewalt im engeren strafrechtlichen Sinne geworden ist" (Schröttle, 2004, S. 66). Weiterhin wird festgestellt, dass die Einbeziehung einer weiteren Definition von sexueller Gewalt ("ungewollte Handlungen unter psychisch-moralischem Druck" Schröttle, 2004, S. 72) ergibt, dass "etwa jede 6. Frau in Deutschland sexuelle Gewalt seit dem 16. Lebensjahr erlebt hat" (Schröttle, 2004, S. 72). Mit Hilfe einer noch breiter angelegten Gewaltdefinition unter Betrachtung von bedrohlicher sexueller Belästigung mit eventuellen Gewaltfolgen "hätte demnach etwa jede 3. Frau schon einmal sexuelle Gewalt erlebt" (Schröttle, 2004, S. 73).

Unsere statistischen Daten beziehen sich im Jahr 2008 auf 100 Fälle, die in unsere Begleitforschung einbezogen und so detaillierte Informationen erfasst werden konnten. So fanden über 70% Betroffene den Weg zu uns, in 86% der Beratungsprozesse ging es um weibliche Betroffene, nur in 14% um einen Jungen oder Mann als Betroffener sexueller Gewalt. Ein wichtiger Bestandteil ist die Beratung von familiären und professionellen Bezugs- und Unterstützungspersonen, in 17% der Beratungen gab es einen intensiven parallelen Prozess mit einer Bezugsperson wie Mutter, Eltern gemeinsam, Partner der Klientin. Der geschlechtsspezifische Aspekt ist auf Seite der Täter immer noch sehr deutlich: auch wenn zunehmend männliche Betroffene und männliche Unterstützungspersonen den Weg in die Hilfestrukturen finden, so wurden zu 95% männliche Täter und 5% Frauen als Mit-/Täterinnen angegeben. Das Gewalterleben bezieht sich dabei auf den engen sozialen Nahraum, weniger als 10% sprechen vom "Fremdtäter". Vgl. dazu auch: Jahresbericht der Beratungsstelle, 2008.

"... so wie sich der Schmetterling aus der Raupe entpuppt und viele Farben entfaltet, so vielgestaltig und bunt sollte auch die Arbeit zum Thema sexuelle Gewalt sein." (Kriegel, 2008)

...Arbeitsbereiche

Beratung

  • Beratung für betroffene Mädchen und Jungen, Frauen
  • Beratung für familiäre und professionelle Bezugs- und Unterstützungspersonen
  • spieltherapeutische Begleitung für Mädchen und Jungen ab 4 Jahren
  • Psychotherapievermittlung
  • angeleitete Gruppen für Frauen und Mädchen nach sexueller Gewalt (Stressbewältigungs- und Stabilisierungstraining; Selbsthilfegruppe)
  • Krisenintervention, Fall- und Fachberatung für Professionelle
  • Beratung bei Verdacht auf sexuelle Gewalt/Kindeswohlgefährdung nach §8a SGB VIII
  • Ansprechpartnerinnen für Belange von Mädchen und Frauen mit Behinderung, die sexuelle Gewalt erlebt haben

Beratung kann anonym erfolgen. Die Beraterinnen unterliegen der Schweigepflicht. Für betroffene Mädchen, Jungen und Frauen und deren Bezugspersonen wie Eltern, FreundInnen, Partner und professionelle Fachkräfte bieten wir an: persönliche Beratung, Telefonberatung, Krisenintervention, Therapievermittlung, angeleitete Gruppen zur Stressbewältigung und Selbsthilfe. Betroffene Männer beraten wir telefonisch und persönlich im Erstgespräch und vermitteln weiterführende Hilfsangebote und Therapie. Wir beraten keine Täter und arbeiten nicht explizit mit Täterinnen. Frauen, auch die als Opfer zu uns kommen, können aber durchaus Täterinnen sein.

Prävention

  • Seminare und Fortbildung für MultiplikatorInnen zum Themengebiet "sexuelle Gewalt"
  • 1,5-stündige, kostenfreie Informationsveranstaltungen zur Arbeit der Beratungsstelle
  • Referentinnen für Themenfelder wie sexuelle Gewalt, Traumatisierungen, psychosexuelle Entwicklung, Prävention und Intervention bei sexueller Gewalt, frauenspezifische Beratung
  • "Mutig werden mit Til Tiger" - Gruppenangebot für Mädchen und Jungen, die sozial unsicher sind
  • sexualpädagogische Angebote für Mädchen
  • WenDo-Kurse zur Selbstbehauptung für Mädchen ab 8 Jahren und Frauen
  • Prävention von sexueller Gewalt in Kooperation mit Schulen, Kitas und KJFEs (professionelle Fachkräfte, Eltern, Mädchen und Jungen)

Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit

  • jährliche offene Infoabende/Tag der offenen Tür
  • umfangreiche Fachbibliothek
  • täglich 2 Stunden Sprechzeit
  • Kooperations- und Informationsgespräche

Die Beratungsstelle ist vernetzt in folgenden Gremien und Arbeitskreisen:
Stadtebene: Mädchenarbeitskreis der Stadt Magdeburg, Arbeitskreis Vernetzung Opferhilfe, (Erziehungs-)Beratungsstellen in der Stadt Magdeburg
Landesebene: Landesarbeitsgemeinschaft Mädchenarbeit, Landesweites Netzwerk für ein Leben ohne Gewalt
Bundesebene: Bundesarbeitsgemeinschaft der feministischen Organisationen gegen sexuelle Gewalt (BAG forsa), Deutsche Gesellschaft für Prävention und Intervention (DGfPI)

Wildwasser Magdeburg e.V.

Ritterstraße 1
39124 Magdeburg
Tel. 0391 / 251 54 17
Fax 0391 / 251 54 18
info(at)wildwasser-magdeburg.de

Sprechzeiten
Mo 15-17/Di 18-20
Mi 8-10/Do 15-17/Fr 10-12

Spendenkonto
Volksbank Magdeburg eG
IBAN DE43810932740001670450
BIC GENODEF1 MD1

Termine

Save the Date

Fachstellen-Vollversammlung Berlin
16.11.+17.11.17

WenDo 2017/2018

WenDo für Frauen: Interessiert am Kurs in 2018? Rufen Sie uns dazu an!

WenDo für Mädchen: Kurs für 09/2017 bereits voll. Rufen Sie uns für Termine in 2018 an.

Stressbewältigungsgruppe 2017/2018

in Planung
gern tel. für ein Vorgespräch anmelden

Tiger-Kurs 2018

Til-Tiger- Kurs 2018 in Planung.
Bei Interesse telefonisch melden!

Verein

nächste Vollversammlung
10.08.2017 - 19.00 Uhr
in den Räumen der Beratungsstelle

AKTIV im Verein

Wendepunkt.Trauma

!!!Kurs 2017/2018 ist AUSGEBUCHT!!!
Bei Interesse für 2018 bitte kurze e-Mail mit Kontaktdaten senden!
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